Hingabe

Sich jemandem hingeben, mit Haut und Haaren. Einander so viel Vertrauen schenken, denn nie ist man verletzlicher, als in diesen intimen Momenten.

Haut an Haut. Nähe spüren. Wärme fühlen. Die Erregung erfasst den ganzen Körper, den Geist, die Seele. Man will nichts anderes, als mit dem Gegenüber zu verschmelzen.

Nächte, die nie zu enden scheinen. Man kann erahnen, was andere meinen, wenn sie von der vollkommenen Liebe sprechen.

Aber am nächsten Morgen bleibt nur ein bitterer Geschmack im Mund. Denn sobald die Sonne aufgeht und die Nacht verschwindet, endet auch das Vertrauen.

Denn es ist niemals die Liebe, die man spürt. Es sind Sehnsucht, Lust und Verlangen, die so vergänglich sind.

Hört die Suche jemals auf?

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Verlass mich

Verlasst mich doch, bitte. Ich will nicht mit euch sprechen. Alleine sein, das ist alles was ich will. Für immer alleine sein. Die Einsamkeit spüren. Wie sie mich von innen zerfrisst. Wie sie mein Herz erfrieren lässt. Wie sie langsam in meinem Blut Eiskristalle bildet.

Kalt. Mir ist so schrecklich kalt. Mein Herz ist eingefroren, ich kann es nicht mehr spüren. Unter der Decke, mein Körper. Schweißnass. Ich friere. Meine Muskeln zucken unaufhörlich. Zittern. Endlose Bewegungen. Es hört einfach nicht auf.

Verlasst mich doch, bitte. Schreibt mir keine Nachrichten mehr. Ich kann nicht darauf antworten. Ich will nicht mehr hören, wie viel ich euch bedeute und dass ihr mich vermisst. Ich sei so wichtig für euch, das sagt ihr. Das Leben sei doch schön. Aber ich kann das einfach nicht sehen.

Heiß. Mir ist so schrecklich heiß. Flammen in mir, sie lodern. So viel Wut, die ich spüre. Meine Haut verbrennt. Ich schaff das alles nicht mehr. Wie viel kann ein Mensch ertragen? Diese Hitze in mir wütet so lange, bis ich keinen Schmerz mehr spüre. Sie betäubt mich.

Verlasst mich doch, bitte. Ich will von euch nicht angerufen werden. Kein ‚Was ist denn los?‘ oder ‚Ich will dir doch nur helfen‘. Ich will nicht spüren, dass ich euch etwas bedeute. Ich will alleine sein. Ich will nichts mehr fühlen müssen. Es soll endlich aufhören. Ich kann nicht mehr.

Leere. Nichts als Leere in mir. In meinem Herzen wurde es still. Ich kann nichts mehr spüren. Meine Haut ist taub. Jetzt kann ich sie endlich aufschneiden. Das Eis, das Feuer, sie haben alles in mir zerfressen. Es ist an der Zeit, nun auch den Rest zu zerstören. Es ist zu Ende.

Verlasst mich doch, bitte. Denn dann kann auch ich diese Welt endlich verlassen. Ich ertrage es nicht mehr.

Verlasst mich doch bitte nicht. 

 

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Sehnsucht

Du ahnst nicht, was du mir bedeutest. Auch hast du keine Vorstellung davon, welche Macht du eigentlich über mich hast.

Ich habe mich dir gegenüber so geöffnet, wie ich es noch bei keinem zuvor gemacht habe. Mein Herz liegt in deinen Händen und ich denke, es ist dir noch nicht einmal aufgefallen.

Deine Worte, sie haben so viel Einfluss auf meine Stimmung, mein Wohlbefinden, ja sogar mein Handeln. Ein Schnippen mit deinen Fingern könnte den Funken für mich bedeuten, der ein Inferno in meinem Herzen entfacht.

Ich wünschte mir, du würdest die vielen Worte, die ich dir schenke, genau so verstehen, wie ich sie meine. Mit all den Ängsten, Fragen, Bitten die zwischen den Zeilen zu finden wären, wenn du es zuließest.

Du bewirkst so viele Dinge bei mir, von denen ich mir nie erträumt hätte, dass das irgendjemand schaffen könnte. Du könntest mich in Ekstase versetzen und mich im nächsten Moment am Boden zerschmettern, wenn du es darauf anlegen würdest.

Nicht einmal annähernd weißt du, wie groß die Verantwortung eigentlich ist, die dir zukommt, seit ich mich für dich so verletzlich gemacht habe. Es fühlt sich an, als wäre es ein Drahtseilakt, mit dir Zeit zu verbringen.

Ich frage mich, ob ich dir sagen sollte, welche Sehnsucht du in mir erweckst. Denn ich kann von nichts anderem mehr träumen, als davon, dass du deine Frau endlich für mich verlässt und mit mir ein neues Leben anfängst.

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Dich zu lieben

Was denkst du?

Kann es sein, dass Liebe irgendwann einfach endet? Wenn man jahrelang, vielleicht sogar das ganze Leben lang, jemanden mit Zuneigung überschüttet, jedoch nie etwas zurück bekommt, ist die Liebe dann nicht nach einiger Zeit einfach aufgebraucht?

Kann es überhaupt Liebe sein, wenn man das Gefühl nicht los wird, die andere Person wäre wie eine Tasse mit Loch, in die man so viel Kaffee reinschütten kann, wie man nur möchte, sie aber niemals voll sein wird und man das Heißgetränk, das längst erkaltet ist, nie genießen kann?

Kann es sein, dass die Liebe, die man für jemanden empfinden kann, begrenzt ist? Dass sie wie ein Tank ist, der manchmal auch befüllt werden muss, aber wenn das nie passiert, sie irgendwann leer ist?

Kann es denn überhaupt Liebe sein, wenn man der Einzige in der Beziehung ist, der wirklich liebt, der andere jedoch ständig Bedingungen stellt, was man noch alles machen muss, damit man auch endlich seine Liebe verdient habe, dieser Moment aber nie kommt?

Hm, was denkst du?

Weißt du, was ich denke?

Ich denke, ich habe aufgehört, dich zu lieben.

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Liaison

Bitte lass es uns einfach vergessen und so weitermachen, wie bisher.

Wie soll man so etwas vergessen? Das wird für immer im Hinterkopf bleiben. 

Ich will dich nicht verlieren. Bitte lass das hier nicht das Ende sein.

Du hast mich wirklich verletzt und ich weiß nicht, wie wir von hier irgendeinen Weg einschlagen können. 

Ich sagte doch, dass es mir leid tut.

Das sagst du, ja. Aber du meinst es nicht. 

Was willst du damit sagen?

Kannst du versprechen, dass du nie wieder mit ihm schlafen wirst?

Ich werde nie wieder mit ihm schlafen.

Marie?

Ja?

Du wirst wieder mit ihm schlafen, es mir aber diesmal verschweigen, oder? 

Ja.

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Der andere Mann

Emma drückt ihre Freundin an sich. Sie weiß genau, dass Marie etwas bedrückt, aber diese konnte es ihr noch nicht sagen.
„Was ist denn los, meine Liebe?“, will Emma wissen. Marie zuckt mit den Schultern und wischt sich eine Träne aus dem Gesicht.

„Okay, ich werd’s dir erzählen. Aber bitte versprich mir, dass du mich nicht verurteilst.“, beginnt sie.

„Du weißt, dass ich das niemals tun würde“, bestärkt Emma Marie.

„Ich hab dir doch von diesem Typen erzählt, den ich kennengelernt habe. Sebastian.
Na ja, und du weißt auch, dass es mit meinem Mann schon seit Monaten nicht mehr gut läuft… Ja und in den letzten Wochen da habe ich mich einige Male mit Sebastian getroffen. Ganz platonisch. Mal auf einen Kaffee, dann im Kino, ein paar Mal spazieren. Er kann so gut zuhören, weißt du. Er ist für mich da, wenn mich mein Mann wieder einmal enttäuscht hat. Als ich vor kurzem krank war und mein Mann wie immer unterwegs war, hat mir Sebastian Suppe gekocht und vorbeigebracht. Er ist so ein lieber Freund geworden.
Und du weißt ja, mein Mann ist zurzeit als Techniker mit einer Band auf Tour durch halb Europa. Na ja… gestern fühlte ich mich sehr einsam und hab Sebastian um Mitternacht eine SMS geschickt, ob er wach ist und vorbeikommen kann. Keine zwanzig Minuten später stand er vor meiner Tür.“, erzählt Marie, während immer wieder Tränen ihre Wangen benetzen.

„Oh nein, was hast du gemacht?“, möchte Emma wissen.

„Ich hab ihm wieder einmal erzählt, wie unglücklich ich in meiner Ehe bin. Er hat dann endlich das ausgesprochen, was ich so gehofft habe und schon die ganze Zeit hören wollte. Er meinte, ich habe etwas besseres verdient und dass er so eine besondere Frau, wie ich es bin, niemals vernachlässigen würde. Er sagte, wenn er mein Mann wäre, würde er mich nicht so viel alleine lassen, mich trösten wenn ich weine und sich um mich kümmern, wenn ich krank bin. Er überzeugte mich davon, dass er alles dafür tun würde, mich glücklich zu machen, denn mit mir zusammen zu sein, wäre das Schönste, was ihm passieren könnte.“ Marie unterbricht ihre Erzählung.

Emma ahnt schon, wie die Geschichte weitergehen würde. Sie hält die Hand ihrer Freundin und versucht sie so verständnisvoll wie nur möglich anzusehen, auch wenn es ihr so schwer fällt.

„Erzähl bitte weiter“, fordert sie ihre Freundin auf.

„Ich war ganz verzaubert von seinen Worten. Es ist Jahre her, dass mir mein Mann so schöne Dinge sagte. Dann hab ich ihn geküsst. Er hat mich von sich weggedrückt und gemurmelt, dass wir das nicht dürfen, weil ich verheiratet bin. Aber es war zu spät. Wir konnten nicht mehr aufhören.“, erzählt Marie weiter.

„Ihr konntet nicht mehr aufhören?“, fragt Emma.

„Sebastian und ich… wir haben miteinander geschlafen.“, antwortet Marie.

„Du hast deinen Mann betrogen.“, stellt Emma schockiert fest.

„Und ich werde es vermutlich wieder tun.“, schluchzt Marie.

 

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Crazy Hardcore Shit 18

  • Ein Anzeichen dafür, dass man sein Leben nicht auf die Reihe kriegt: innerhalb von zwei Stunden geht man drei Mal zum Supermarkt, weil man es einfach nicht schafft, alles zu kaufen, was man braucht.
  • Immer, wenn ich neben meinen Eltern erwähne, dass irgendjemand schwanger ist, den ich kenne, bekommen sie Panik und bewerfen mich mit Schwangerschaftstests. Würde nur noch fehlen, dass sie mich bei „Teenager werden Mütter“ anmelden. Sie vergessen wohl, dass ich nur wie 16 aussehe, es aber nicht bin.
  • Post-coitale High Fives sind immer noch die besten High Fives.
  • Es hat etwa fünf Monate gedauert, bis ich das erste Mal im Büro neben meinen neuen Arbeitskolleginnen geweint habe. Muss ein neuer Rekord sein.
  • Ich würde gerne meiner Psychotherapeutin sagen, dass ich eigentlich nicht mehr zu ihr gehen will. Ich weiß aber nicht, ob sie das verkraftet. Gut, dass ich Sozialarbeiterin bin. Falls sie darüber reden will, hab ich damit kein Problem.
  • In der Arbeit eine To-Do-Liste schreiben und zur Kollegin sagen: „Alter, ich hab mein Leben so im Griff!“
  • Kennt ihr das, wenn ihr im Hotel seid und mitten in der Nacht ein Pärchen beim Sex hören könnt und dann Panik bekommt, weil das ja bedeutet, dass die euch vorher auch gehört haben, als ihr das gleiche gemacht habt?
  • „Also für mich fällt Analsex in die gleiche Kategorie wie die FPÖ zu wählen: Dinge, die man NICHT ausprobiert haben muss.“-„Wow, ich glaub, ich verlieb mich grad in dich.“
    Ich weiß eben, was Männer hören wollen.
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Ich hätte dich küssen sollen

Ich wälze mich im Bett und komme nicht zur Ruhe. Die Laken werfen zu viele Falten und ich finde keine Position, in der meine Muskeln nicht irgendwann zu schmerzen beginnen.

Viele Erinnerungen, Fragen, Bilder, Ängste tauchen in mir auf und gleich wieder unter. Doch einige Gedanken kommen immer wieder. In jeder meiner schlaflosen Nächte quälen sie mich.

In der vierten schlaflosen Nacht in Folge hat sich dann eine Feststellung in meiner Seele verbissen: Ich hätte dich küssen sollen.

Ich hätte dich in einem der vielen Momente einfach küssen sollen.

Als du beim Kartenspielen neben mir saßt und dich zu mir rüber beugtest um einen Blick in mein Blatt zu erhaschen. Als du mich in diesem winzigen Café zum Abschied umarmtest. Als wir gemeinsam für ein Foto posierten.

Vor allem aber, als ich dich auf der Party betrunken fragte, ob ich dich küssen soll, du dann kurz überlegtest, dann aber niemand den ersten Schritt machte und wir stattdessen peinlich berührt in andere Richtungen blickten.

Denn weißt du, ein Grund, warum ich so viele Nächte wach liege, ist, weil ich vor kurzem träumte, du würdest mich küssen. So, wie es die Paare in den Schlussszenen von romantischen Filmen machen.

Zuerst blicktest du mich an, mit deinen wundervollen dunkelgrünen Augen. Ich bemerkte, wie schon so oft, den winzigen braunen Fleck in der Iris deines rechten Auges. Du zogst mich näher an dich und legtest deine Hand sanft in meinen Nacken. Eine Berührung, von der ich jedes Mal Gänsehaut bekomme.

Du musstest lächeln, ich jedoch war dafür viel zu aufgeregt. Als du sanft deine Lippen auf die meinen legtest, spürte ich, wie mein Herzschlag immer schneller wurde.

Mit diesem Gefühl erwachte ich.

Seither fällt es mir so schwer, mir nicht vorzustellen, wie es sich in der Realität anfühlen würde.

Ich hätte dich wirklich küssen sollen.

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Zusammen durchbrennen

Vielleicht warte ich darauf, dass du eines Tages vor meiner Tür stehst, und mir sagst, wir sollten zusammen durchbrennen. So wie wir es uns damals erträumt haben, als wir überzeugt davon waren, für einander bestimmt zu sein. Nur du konntest mich nicht so lieben, wie ich es zu dieser Zeit gebraucht hätte.

Vielleicht wünschte ich, wir würden uns heute noch einmal begegnen und uns neu kennen lernen. So wie wir uns damals neu kennen gelernt haben, als wir uns zum ersten Mal geküsst haben. Auch wenn ich nicht mehr genau weiß, welcher unserer vielen Küsse der Erste war.

Vielleicht brauche ich wieder jemanden an meiner Seite, der mir sagt, ich sei die wichtigste Person und dass das Leben nur mit mir lebenswert sei. So wie du es mir damals sagtest, als ich noch dachte, diese Momente würden niemals enden. Aber jeder dieser Augenblicke verstrich und sie wurden immer seltener.

Vielleicht solltest du mir wieder einmal in die Augen blicken. So wie wir es vor vielen Jahren stundenlang gemacht haben. Denn ich werde das Gefühl nicht los, dass du mich zwar siehst, aber mich nicht ansiehst. Als hättest du vergessen, dass ich die schönsten zartbitterschokoladefarbenen Augen der Welt habe.

Vielleicht warte ich aber auch nur darauf, dass du mich endlich verlässt. So wie du es schon einmal getan hast, nur diesmal würde ich nicht zu dir zurückkehren. Denn ich weiß, dass da andere sind, die mich sehr glücklich machen würden.

Vielleicht möchte ich in Wahrheit vor deren Tür stehen und ihnen sagen, wir sollten zusammen durchbrennen und dass ich sie neu kennen lernen möchte und dass sie die Wichtigsten in meinem Leben sind und mein Leben nur mit ihnen lebenswert ist. Ich würde ihnen dann stundenlang in die Augen sehen. In ihre wunderschönen meerwasserblauen, waldwiesengrünen, milchschokoladefarbenen Augen.

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Höhenluft

Weißt du, es war nicht alles schlecht. Ich will und kann dir gar nicht vorwerfen, dass du immer ein furchtbarer Vater warst. Ich erinnere mich zum Beispiel gerne daran, als wir im Sommer vor drei oder vier Jahren gemeinsam auf einen Berg gingen.

Es war etwas eigenartig, immerhin hatten wir schon lange nicht mehr miteinander gesprochen. Ich hatte schon längst begonnen, mich von dir zu distanzieren und du hast das bemerkt. Ich weiß auch nicht mehr, wer auf die Idee kam, dass nur wir beide wandern gehen sollten.

Als ich gleich zu Beginn nicht mehr weitergehen wollte, weil ich von der Höhenluft immer Kreislaufbeschwerden bekomme, hast du dich mit mir an den Wegrand gesetzt und gewartet, bis es mir besser ging.

Als uns eine Kuhherde den Weg versperrte, hast du darauf geachtet, dass ich keinem der Tiere zu nahe komme, weil erst vor kurzem in den Nachrichten darüber berichtet wurde, dass eine Wanderin von einer Kuh attackiert worden war.

Du hast auf mich gewartet und mich ermutigt, wenn ich mich nicht getraut habe, weiter zu gehen. Du hast mir deine Hand gereicht, als ich dachte, ich könnte über dieses Felsspalt nicht springen.

Als mir beim Rückweg die Füße von den neuen Wanderschuhen schmerzten und ich entschied, lieber barfuß weiterzulaufen, hast du mir ein Pflaster für eine Blase gegeben und meinen Rücksack getragen.

Ich denke noch öfter daran, wie wir damals gemeinsam auf dem Berg waren. Es war wie in einer parallelen Welt, in der du nicht meine Kindheit zerstört hast oder in der ich dir das alles zumindest verzeihen konnte. Du warst ein richtig guter Vater da oben in 1600 Metern Seehöhe.

Ich hätte aber auch hier unten in unserer Realität so oft einen Vater gebraucht, der mich vor wilden Tieren beschützt, mir seine Hand reicht, der meine Wunden versorgt und mir meinen Rucksack abnimmt.

Sag mir, wieso konntest du das nur an diesem einen Tag?


Dieser Beitrag wurde im Rahmen des Projekt txt verfasst. Das Schlüsselwort lautet Berg.

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